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IMPULS-Kinesiologie - Die Zeitschrift des ÖBK

IMPULS 37 ist seit wenigen Wochen erhältlich.  Es hat diesmal "Verbindung" zum Thema, mit vielen spannenden und informativen Beiträgen.

Impuls-Kinesiologie_37

Angebundenes Sein

Fino war eine Seele von Hund und Mitglied unserer Familie. Jedes Mal, wenn eine Reise bevorstand, saß er, bevor überhaupt noch ans Packen gedacht wurde, neben dem Reisegepäck und bekräftigte damit ausdrücklich seinen Anspruch aufs Dabeisein. Er wollte um keinen Preis allein zurückbleiben, sein Bindungssystem war aktiviert. Seine Sehnsucht am Angebundensein an unserer Familie war ein wichtiger Bestandteil in seinem Leben, die wir akzeptierten und so gut wie möglich stillten.

Sicher gebunden
Als der englische Psychiater und Psychoanalytiker John Bowlby Ende der 50er Jahre seine Bindungstheorie veröffentlichte, wurde endlich klar, dass jeder Säugling eine angeborene Neigung hat, die Nähe einer vertrauten Person zu suchen und psychischen Schmerz verspürt, wenn diese Nähe nicht möglich ist.
Wie uns in die Wiege gelegt, spüren wir diese Sehnsucht nach Ver-Bindung zu anderen Lebewesen, nach Angebundensein während unseres gesamten Lebens: „Wir alle wollen dazugehören.“ Der Wunsch nach Vertrautem und damit einhergehender Sicherheit, nach einer sicheren Bindung mit Familie und Bezugspersonen. Die Sehnsucht nach Bekanntem, nach Freundschaft und dem Gefühl, sich in einem Umfeld auf Personen und Situationen verlassen zu können. Halt und Sicherheit durch Vater, Mutter und Verwandte; Stabilität in Tages- und Jahreszyklen und in Traditionen. Wir wollen Ordnung und Orientierung finden in Geliebtem, Vertrautem und Gewohntem. Das Thema „Verbindung“ zeigt sich in vielfältiger Weise.

Sichere Bindung, unsicher-vermeidende Bindung, unsicher-ambivalente Bindung, desorganisierte und desorientierte Bindung, …

Alles Fachbegriffe aus der Entwicklungspsychologie, die das Bindungsverhalten eines sich entwickelnden Menschen beschreiben, Begriffe, die sich vielleicht auch auf die momentane Situation der gesamten Menschheit umlegen lassen: Auch wir Erwachsene suchen nach Halt und Sicherheit. In einer Zeit vieler gesellschaftlicher Umbrüche der so scheinbar beständig aufgebauten Strukturen der wirtschaftlichen und politischen Sicherheit verändert sich die Welt in sehr hoher Geschwindigkeit - nicht immer zum Positiven, wie es scheint. Gerade in solchen Situationen des „unsicheren Äußeren“ bereichert uns die Kinesiologie mit ihren wirkungsvollen Techniken zur Erlangung einer Stabilität in uns selbst.

Verbindung mit unserer Arbeit

In der täglichen kinesiologischen Praxis wird uns immer wieder bewusst, welch verbindendes Element die kinesiologische Arbeit darstellt. Die Kinesiologie steht mit ihrer Methoden- und Technikvielfalt zur Verfügung, um Verbindungen zu schaffen zwischen all den Anteilen unserer Person, mit dem Ziel ganz zu werden und unser gesamtes Potenzial leben zu können. Zweifellos liegt die große Stärke der kinesiologischen Arbeit schon einmal darin, dass sie genau dort ansetzt, wo ein nächster Schritt in der Entwicklung und Entfaltung des Menschen Sinn macht und am effektivsten gesetzt und umgesetzt werden kann.

Ich selbst werde mit der Kinesiologie immer verbunden bleiben. Sie gehört zu mir und bereichert mein Leben. Ob im beruflichen Kontext in der Arbeit mit KlientInnen oder im Eigengebrauch. Ich erlebe ihre Stärken und sie begleitet mich durchs Leben. Schon auf dieser Basis macht die Arbeit im ÖBK Spaß, im Team des Vorstandes, in der Begegnung und Verbindung mit Ähnlich-DenkerInnen unserer großen kinesiologischen „Familie“. Diese Familie scheint immer größer zu werden. Auch diesmal haben wieder viele namhafte Autoren und Autorinnen ihre Verbindung zur Kinesiologie und zum Österreichischen Berufsverband für Kinesiologie bekundet, indem sie mit ihren Artikeln unseren Impuls Kinesiologie entstehen ließen. Großartige Denkansätze zum Thema „Verbindung“ im engeren und weit gefassten Sinne, in einer Vielfalt, wie sie unserem vernetztem Denken entspricht: Verbindung zum „Ich“, zum Immunsystem, Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Teilen unseres Körpers zur Psyche, Themen der Ernährung und Gesundheit, um nur einige anzusprechen.

Auch auf eine vom ÖBK ins Leben gerufene Aktion zur Ermöglichung kinesiologischer Beratung für wirtschaftlich bedürftige Kinder und Jugendliche über den Jutta Lutz – Fonds möchte ich an dieser Stelle gleich verweisen. Vielen Dank für all diese wertvolle und verbindende Arbeit!

Mögen in Ihnen beim Lesen unserer neuen Ausgabe des Impuls Kinesiologie viele verbindende Gedanken entstehen!

(Christian Dilinger)

IMPULS 37 liegt bereits als komplette Ausgabe zum Download bereit. Die Ausgaben vor 2009 haben wir unter dem Menüpunkt IMPULS (2001-2008) rechts bereitgestellt. Wir danken an dieser Stelle all jenen,die uns die historischen Exemplare zur Verfügung gestellt haben.

Impuls 38 erscheint Anfang Februar 2017. Abgabeschluss für Manuskripte und Schaltungen ist der 30. Juni 2017. Die aktuellen Inseratpreise finden sie hier. Wie immer gibt es für Mitglieder spezielle Konditionen.

Sie sind noch kein Mitglied des ÖBK, möchte jedoch die Printausgabe der Zeitschrift IMPULS-Kinesiologie regelmäßig beziehen, dann ist vielleicht das IMPULS-Abo das richtige für sie.

Die Artikel der bisherigen Ausgaben liegen nach Themen geordnet auf der Homepage bereit.